IN DER SCHULDENFALLEDie USA – vom Wachstumsmotor zum Risikofaktor

Veröffentlicht: November 5, 2013 in Uncategorized

Das stark zunehmende Gelddrucken wird langfristig zu einer deutlichen Abwertung des Dollar führen.Das stark zunehmende Gelddrucken wird langfristig zu einer deutlichen Abwertung des Dollar führen.

Die Amerikaner sehen sich selbst als wettbewerbsstarke und innovative Wirtschaft. In den vergangenen Jahren ist das Haushaltsdefizit auch tatsächlich deutlich gesunken. Allerdings weist kaum ein Volkswirt daraufhin, dass die Staatsschulden viel schneller wachsen als das Bruttoinlandsprodukt. Würden die Staatsschulden nicht mehr steigen, befände sich die Wirtschaft in einer Rezession. Damit das Kartenhaus nicht zusammenbricht, muss die Notenbank kräftig Staatsanleihen aufkaufen. Statt das Anleihenkaufprogramm zurückzufahren wird sie es vielmehr schon bald deutlich hochfahren. Und mit der zunehmenden Abhängigkeit der Wirtschaft von der Geldpresse der Notenbank wird die USA zunehmend zu einem globalen Risikofaktor. 

Entgegen der Einschätzung vieler Volkswirte hatte sich die US-Wirtschaft schon vor dem Schuldenstreit deutlich abgeschwächt: Das beleben neben den Arbeitsmarktdaten nicht zuletzt die Daten vom Häusermarkt eindrucksvoll. So waren die anstehenden Hausverkäufe im September saisonbereinigt um 5,6 Prozent gegenüber dem Vormonat eingebrochen, was für großes Aufsehen bei Investoren gesorgt hat. Denn das war der größte Rückgang seit Mai 2010. Volkswirte hatten mit stabilen Zahlen gerechnet. Die Daten beruhen auf den abgeschlossenen Verträgen. Da die Transaktionen erst in ein oder zwei Monaten abgeschlossen werden, dauert es ein wenig bis sich die Daten in den Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser widerspiegeln. Und diese werden dann miserabel ausfallen. In dem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf die unbereinigten Zahlen. Demnach waren die anstehenden Hausverkäufe im September sogar um 21,1 Prozent eingebrochen. An den Zahlen sieht man, wie abhängig der Immobilienmarkt und damit die Wirtschaft insgesamt von den Mini-Zinsen ist, lagen doch die Hypothekenzinsen in dem Monat im Schnitt bei lediglich 4,5 Prozent.

Schulden steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt

Viele Volkswirte verweisen darauf, dass sich die Lage der US-Wirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. So sei beispielsweise das Haushaltsdefizit deutlich zurückgegangen. Das Defizit im Fiskaljahr 2012/13, das im September endete, sank gegenüber dem Vorjahr von 1,1 Billionen Dollar auf 642 Mrd. Dollar. Häufig bleibt allerdings unerwähnt, dass die US-Wirtschaft nur noch wächst, weil der Staat kräftig Schulden macht. So sind die Staatsschulden seit Januar 2008 von 9,9 auf aktuell 17,1 Billionen Dollar gestiegen. Laut Schätzungen wird das Bruttoinlandsprodukt für 2013 mit 16 Billionen Dollar aber nur um 2,7 Billionen Dollar größer sein als 2007. Ein Dollar an Staatsausgaben hat in dem Zeitraum demnach nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,37 Dollar ausgelöst – ein miserabler Wert. Früher lag der Faktor größer als eins, weil ein Dollar mehr an Staatsausgaben dazu geführt hat, dass die Verbraucher mehr konsumiert und die Unternehmen mehr investiert haben. Diese Zeiten, in denen die USA eine Wachstumslokomotive war, sind aber für immer vorbei. Denn weil sich die Schulden des Staates, der Verbrauche rund der Unternehmen, inzwischen auf insgesamt rund 350 Prozent des Bruttoinlandsprodukts belaufen, können zusätzliche Schulden die Wirtschaft kaum mehr ankurbeln.

Fed kauft für 1,35 Bio. Dollar jährlich Anleihen

Damit das Kartenhaus nicht zusammenbricht, kauft die Fed immer mehr Anleihen auf. Aktuell kauft sie monatlich für netto 45 Mrd. Staats- und für 40 Mrd. Dollar Hypothekenanleihen auf. Netto bedeutet, dass die Fed brutto – sprich tatsächlich – viel mehr Anleihen aufkauft, denn weil die Bilanzsumme der Fed inzwischen auf 3,84 Billionen Dollar geklettert ist, laufen auch immer mehr Anleihen aus. Die Fed tauscht sie dann einfach gegen neu aufgelegte Papiere. Derzeit besitzt die Fed für 2,1 Billionen Dollar Staats- und für 1,4 Billionen Dollar Hypothekenanleihen. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von etwas mehr als zehn Jahren für die Staatsanleihen muss die Fed jährlich allein rund 200 Mrd. Dollar an Staatsanleihen refinanzieren. Die Nettokäufe, plus die Refinanzierung der Staats- und der Hypothekenanleihen summieren sich damit jährlich auf rund 1,35 Billionen Dollar brutto. So viel Geld braucht der Staat jährlich aus der Geldpresse. Das sind rund 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Sozialausgaben sollen explodieren

Tendenz stark steigend. Denn derzeit stehen Ausgaben von 2,70 für Sozialleistungen lediglich ein Dollar an frei bestimmbaren Ausgaben, beispielsweise für Bildung und Infrastrukturinvestitionen, gegenüber. Bei den frei bestimmbaren Ausgaben ist der Umfang der Leistung nicht vorgeschrieben, weshalb der Staat einen relativ großen Handlungsspielraum hat. Laut der Prognose des Finanzausschusses des Kongress soll der Faktor in den nächsten zehn Jahr aber von dem 2,7fachen auf das Vierfache steigen. Angesichts der Zahlen ist klar, dass die Fed ihr Anleihenkaufprogramm nicht zurückfahren sondern vielmehr weiter ausweiten wird.

Das Spiel geht solange gut, solange die institutionellen Investoren das Spiel mitspielen. Am Ende droht ein Kollaps des Dollar mit stark steigenden Zinsen. Dann müssen die Amerikaner die Rechnung für die Schuldenexplosion und das Vabanquespiel der Notenbank bezahlen.

http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/die-usa-vom-wachstumsmotor-zum-risikofaktor_H1399096130_64311/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s