Karibik-Insel gefährdet 3,7-Billionen-Dollar-Bondmarkt

Veröffentlicht: November 27, 2013 in Uncategorized

Das US-Außengebiet Puerto Rico genießt eine steuerliche Sonderbehandlung und ist bei Fonds beliebt. Doch nun droht Ungemach.

Symbolbild Karibik

Symbolbild Karibik / Bild: REUTERS 

Der gesamte Markt für US-Kommunalanleihen im Volumen von 3,7 Billionen Dollar steht auf dem Spiel, sollte das US-Außengebiet Puerto Rico sein „Investment-Grade‘‘-Rating verlieren. Davor warnen Pacific Investment Management Co. und BlackRock Inc. Investoren wurden in dieser Woche daran erinnert, dass die Rating-Note von Puerto Rico gefährdet ist. Der Risiko-Aufschlag, den Investoren verlangen, stieg auf ein Ein-Monats-Hoch – nachdem Fitch Ratings damit gedroht hatte, das Rating der Karibik-Insel bis zum 30. Juni auf „Ramsch“ abzustufen, falls es ihr nicht gelinge, sich Geld an den Finanzmärkten zu leihen.

 

Auch bei Standard & Poor’s und Moody’s Investors Service wird Puerto Rico nur noch eine Stufe über dem spekulativen ‘“Ramsch“‘-Bereich gesehen.

Mehr als drei Viertel der Fonds, die in US-Kommunalanleihen investieren, halten Papiere des US-Außengebietes. Die Bonds genießen eine steuerliche Vorzugsbehandlung. Viele Unternehmen untersuchen mögliche Domino-Effekte, die sich aus der Abstufung auf „Ramsch“ ergeben könnten.

 
 
Anleger könnten abgeschreckt werden

Ein solcher Schritt durch die Ratingagenturen könnte Kleinanleger, die den Markt dominieren, abschrecken und damit die Fonds zu Verkäufen zwingen, um Barmittel zu generieren. Das sagte Joe Deane, Leiter Kommunalanleihen bei der Allianz-SE-Tochter Pimco. Die Firma verwaltet den größten Bonds-Fonds der Welt. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch Peter Hayes vom Asset-Manager BlackRock.

„Es würde einige Verkäufe geben müssen“, sagte Hayes, als Leiter Kommunalanleihen für rund 108 Mrd. Dollar an Investments verantwortlich. „Es stellt sich dann die Frage, wer die Papiere, die auf den Markt kommen, kaufen würde, und zu welchem Preis.“

Das Außengebiet mit Selbstverwaltung hat 3,7 Mio. Einwohner und kämpft derzeit mit einer schrumpfenden Wirtschaft. Die drei führenden Ratingagenturen haben die Ausblick für die Bonität auf „negativ“ gesetzt, was Abstufungen in nächster Zeit wahrscheinlicher macht. Per 30. Juni kam Puerto Rico auf Verbindlichkeiten von 70 Mrd. Dollar, zeigen Daten der zuständigen Government Development Bank.

Die Anleihen des Territoriums bescherten Investoren in diesem Jahr bereits einen Verlust von 16 Prozent. Das Minus ist mehr als sieben Mal so hoch wie die Verluste auf dem Kommunalanleihemarkt insgesamt laut Standard & Poor’s.

Fonds unter Druck

„Falls Puerto Rico weitere Probleme beim Marktzugang hat oder es zu einer Abstufung kommt, dann würde das die Fonds – die Anleihen besitzen – ganz offensichtlich unter Druck setzen“, warnt Deane. „Sie werden wahrscheinlich verkaufen, was sie können, und nicht das, was sie sollten.“

Die Renditen sind im Vergleich zum Jahresbeginn bereits angestiegen, was Verluste für Kommunalanleihe-Fonds bei einer tatsächlich Abstufung von Puerto Rico auf „Ramsch“ abfedern dürfte, sagte Analyst Daniel Hanson vom Broker-Dealer Height Securities LLC in Washington: „Einige der Verluste dürften schon eingepreist sein.“

Hayes zufolge würden Anleger als Antwort auf eine Absenkung von Puerto Rico wohl Geld abziehen. Ein solcher Schritt der Ratingagenturen könne schließlich als Anzeichen für weitere Probleme der Insel gewertet werden. Er rechnet damit, dass die Bonitätsnote bereits Mitte des kommenden Jahres in den ‘‘Ramsch‘‘-Bereich zurückfallen dürfte.

Doch nicht alle Investoren sind so pessimistisch. „Wir beobachten zwar schwierige Zeiten für Puerto Rico, aber wir glauben, dass die Bonds ungerechtfertigt abgestraft werden“, sagte Rafael Costas, Co-Chef für Kommunalanleihen bei Franklin Resources Inc. Die Firma gehört zu den größten Anleihegläubigern des Außengebietes. „Wir reden hier noch immer über einen Emittenten aus dem Bereich Investment-Grade, der derzeit einfach nur auf einem notleidenden Niveau gehandelt wird.“

 

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1483661/KaribikInsel-gefaehrdet-37BillionenDollarBondmarkt

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