Europas Verarmung oder Neues Mittelalter

Veröffentlicht: Dezember 12, 2013 in Uncategorized

Europas Verarmung oder Neues Mittelalter

 

Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Die Zahl der Armen in Europa steigt immer weiter. Damit hängt laut russischen Experten auch die zunehmende Fremdenfeindlichkeit zusammen. Diese Spannungen gefährden die Zukunft der EU und des Euroraums.

Europa steckt in einer tiefen sozialen und wirtschaftlichen Krise: Die Zahl derjenigen, die unter der Armutsgrenze leben, hat 84 Millionen überschritten. Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission sind 26 Millionen Menschen in der Europäischen Union arbeitslos. Das ist nur der offizielle Stand – illegale Einwanderer nicht mit berechnet.

Nach Angaben der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam besitzen derzeit zehn Prozent der EU-Bürger, die am reichsten sind, rund 24 Prozent des EU-Gesamtvermögens. Nur drei Prozent dieses Vermögens stehen der zehnprozentigen ärmsten Schicht zur Verfügung. Dieser Unterschied sieht nach einem neuen europäischen Mittelalter aus. Sind soziale Erschütterungen vor diesem Hintergrund zu vermeiden?

Der Verarmungs-Trend in Europa will vorerst kein Ende nehmen. Denn im Rahmen der Sparmaßnahmen werden auch Sozialleistungen gekürzt, milliardenschwere Hilfsprogramme für arme Menschen gekappt. Auf drastische Sparmaßnahmen drängt übrigens ausgerechnet Deutschland, das so stolz war auf seinen Status als Sozialstaat.

Faktisch beobachten wir eine Marginalisierung Europas. Angesichts der zunehmenden Einwanderungswelle und der steigenden Arbeitslosenrate werden rechtsradikale Kräfte aktiver – und der Lebensstandard geht zurück. Laut einer Prognose der EU-Kommission nimmt Europas Erholung von der Krise möglicherweise zehn Jahre in Anspruch. Boris Schmeljow, Außenpolitik-Experte des Wirtschaftsinstituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, kommentiert:

„Die europäische Bevölkerung reagiert schmerzhaft darauf, was sich jetzt abspielt. Die Aussichten der Europäer sind derzeit begrenzt. Niemand weiß, was morgen oder übermorgen kommt. Dies irritiert die Menschen und verursacht Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern, denn die ausländischen Gastarbeiter werden als Konkurrenten betrachtet, die den Einheimischen ihr Stück Brot rauben. Dies beeinflusst natürlich die politische Konstellation in diesen Ländern“

Schmeljow sagt, der Sozialschutz in großen EU-Ländern könne den Schlag zwar dämpfen – aber nur in gewissem Ausmaß. Die Zunahme sozialer Spannungen und rechtsradikaler Stimmungen gefährde nicht nur die Zukunft der EU, sondern auch das ganze demokratische System.

Michail Krylow, Chefanalyst des Finanzunternehmens United Traders, wagt dagegen eine optimistische Prognose. Keine Hungeraufstände seien in Europa zu befürchten, die Weichen stünden auf Erholung. Ein Wachstum winke allerdings nur den stärksten EU-Ländern, so Krylow:

„Europa muss sich auf ein ungleichmäßiges Wachstum gefasst machen. Folglich ist eine Debatte darüber möglich, ob der Euroraum in seiner gegenwärtigen Form weiter bestehen soll. Darüber wird eigentlich seit langem diskutiert. Es besteht keine Gefahr für die Integrität des Euroraums, denn er wurde im Interesse Deutschlands gebildet und funktioniert nun in Interesse dieses Landes weiter“.

Die Lehrstuhl-Vizechefin für Arbeitswirtschaft und Personal der Wirtschaftsfakultät an der Staatsuni Moskau, Tatjana Rasumowa, prognostiziert, eine soziale Explosion könne in den Ländern vermieden werden, wo die Mittelschicht als Garant für Stabilität agiert. Diese stabile Mittelschicht gibt es aber nicht überall. Letztendlich hängt der Wohlstand von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Oder wird die Einwanderungswelle wegen der Krise zurückgehen? Vielleicht sollten die Europäer außerdem bei der Jobsuche weniger wählerisch sein, um einen Teil der Einwanderer vom Arbeitsmarkt zu verdrängen.

 

http://german.ruvr.ru/2013_12_12/Europas-Verarmung-oder-Neues-Mittelalter-7415/

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