Die App Us+ kann unsere Persönlichkeit verändern !?

Veröffentlicht: Dezember 19, 2013 in Uncategorized

App Us+ Persönlichkeit verändern

Technologien haben unser Leben verändert. Insbesondere haben sie die Art verändert, wie wir kommunizieren. Wir können uns heute auf den verschiedensten Kanälen austauschen, unseren Freunden Fotos zeigen oder Musik vorspielen.

In der Regel ist diese moderne Art des Gesprächs sogar kostenlos. Zumindest müssen wir für Facebook, Twitter, Whatsapp oder Google kein Geld bezahlen. Ganz ohne Gegenleistung lassen uns Mark Zuckerberg und Co. aber nicht davonkommen. In Wahrheit bezahlen wir mit einer sehr gefährlichen Währung: Wir geben unsere Persönlichkeit preis.

Erst kürzlich sorgte ein neues Google-Patent für Aufregung. Das Unternehmen will eine Software entwickeln, die alle Social-Media-Aufgaben für uns erledigt. Dafür müssen wir lediglich einen teuflisch anmutenden Pakt mit Google unterzeichnen: Zugriff auf all unsere privaten Accounts und E-Mails für Google, vorgefertigte Geburtstagsgrüße, Nachrichten und Statusupdates für uns.

Die neue Währung: private Daten

Und während wir mit unseren Daten nur so um uns schmeißen, ist der nächste Angriff auf die Privatsphäre längt im Gange. Die Künstler Lauren McCarthy und Kyle McDonald haben einen Algorithmus entwickelt, der unsere Persönlichkeit verbessern soll. Weniger von sich selbst erzählen, mehr positive Adjektive verwenden und bitte mehr Lächeln! Diese und weitere Hinweise gibt die App Us+ ihren Nutzern, während sie sich im Video-Chat von Google+ unterhalten – und das in Echtzeit.

Im Video unten unterhält Claire sich mit ihrer Mutter. Sie ist von einer Teilnehmerin in ihrem Yogakurs genervt und erzählt davon. Solange, bis Us+ ihr mitteilt, sie solle aufhören, so viel über sich selbst zu sprechen. Statt die Geschichte zu Ende zu erzählen, fragt Claire deshalb ihre Mutter: „Wie geht es dir, Mama?“

Die Mutter hat offenbar etwas auf dem Herzen, es fällt ihr schwer, es Claire so direkt zu sagen. Sofort kommt der Hinweis von Us+: „Was verbirgst du? Claire spricht viel ehrlicher als du.“

 

Wer zu lange am Stück spricht, kann von Us+ stumm gestellt werden. Jammert man zu viel oder erzählt negativ assoziierte Dinge, unterbricht die App unser „Geschwafel“ und ermahnt uns, den Gesprächspartner nicht runter zu ziehen.

Der Algorithmus funktioniert durch eine Mischung aus Daten über die Gesichtsausdrücke von Personen sowie über ihre Wortwahl und Betonung. Eine Wort-zu-Text Software transkribiert das Gesprochene und kalkuliert dann, ob Ich-Bezogenheit oder Aggression in den Worten mitschwingen, indem sie die Begriffe in Bedeutungs-Kategorien einteilt. Werden Worte wie „gut“, „wirklich“ oder „bestimmt“ ausgesprochen, steigt die „Positiv-Skala“ in der App.

Das System misst außerdem, wie lange die Gesprächspartner jeweils sprechen und versucht sie dazu zu bringen, ihre Redezeit an die des Gegenübers anzupassen. Aus gutem Grund:

Eine Maschine kann uns keine Vorschriften machen?

Eine synchronisiertes verbales und nonverbales Verhalten gibt den Gesprächspartnern das Gefühl, sich nahe zu stehen. Zu dem Ergebnis kam eine Studie von australischen Psychologen an der University of Texas. Genau darauf zielt Us+ ab: Das Real-Time-Feedback soll uns einander näher bringen.

Mit anderen Worten: Wir sollen uns von einer Maschine vorschreiben lassen, was wir sagen und vor allem wie wir es sagen. Das klingt im ersten Moment absurd. Natürlich werden wir das nicht zu lassen, denken wir uns. Doch das ist gar nicht so einfach.

Us+ sagt uns, wenn wir unfreundlich sind. Das wollen wir nicht sein. Es sagt uns, wenn wir unsere Gegenüber verletzt haben. Das möchten wir wieder gut machen. Das System zeigt uns, wenn der Gesprächspartner traurig ist, damit wir unseren Freund aufmuntern. Es ist schwer, sich dem zu entziehen.

Rollenwechsel zwischen Mensch und Maschine

„Es zeigt, wie offen wir dafür sind, uns von Technologien helfen zu lassen und wie sehr wir uns diesen Helfern fügen“, sagt die Entwicklerin McCarthy zu Huffington Post. „Wenn wir das hilfreich und lustig finden, was werden wir dann sonst noch alles hilfreich und lustig finden? Und an welchem Punkt werden wir nicht mehr selbst in Aktion treten?“

McCarthy glaubt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Us+ ihnen hilft. Sie möchte mit ihrer Entwicklung aber auch erreichen, dass wir uns die Frage stellen, ob das wirklich so eine gute Idee ist. Es handelt sich bei der App um eine Art soziales Experiment.

Sollte uns das beruhigen? Eher nicht. Waren Maschinen einst noch ein Haufen Metall, der von Menschen gesteuert wurde, haben sich die Rollen innerhalb kürzester Zeit verschoben. Heute können Technologien beeinflussen, wer wir sind.

 

http://www.huffingtonpost.de/2013/12/18/app-us-personlichkeit-verandern_n_4465219.html

 

Grüße an die Mindcontroller und Menschenmanipulierer !!!!

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